Die Harrassage

 

Unterhalb Lichtenwalde ragt auf dem rechten Ufer der Zschopau ein hoher Fels auf, der im Volksmund als „Harrasfelsen" bekannt ist. An ihm knüpft sich folgende Sage:

Ritter Harras von Lichtenwalde war vermutlich mit Nachbarn auf dem Schellenberge (jetzt Augustusburg) oder auch zu Sachsenburg in eine Fehde verwickelt worden. Seine Feinde hatten eines Tages die Nachricht bekommen, dass er auf dem Wege zur Flöhamündung sei. Darauf hin verbargen sie sich im Wald, um den verhassten Harras dort endlich zu überwinden. Es dauerte nicht lange, als sie den ahnungslosen Feind erspähten und sogleich brachen sie aus Dickicht heraus. In den Kampfe wurde er mit seinen Knechten zurückgeschlagen und so verfolgt, dass ihm zur Rettung kein anderer Weg übrig blieb, als mit seinem Rosse von der Spitze des genannten Felsens in dem Zschopaufluss herhab zu springen. Das Wagnis gelang. Da das Wasser an der Stelle sehr tief ist, nahm der Ritter keinen Schaden. Seine Verfolger wollen ihn noch gesehen haben, wie er mit seinem Pferd aus dem Wasser stieg. Wohlbehalten kam er wieder zu den Seinen. Bald danach ging Harras nach Ebersdorf, dankte dort für seine Rettung und stiftete zum Gedenken ein silbernes Hufeisen. Das silberne Hufeisen ist nicht mehr vorhanden. Aber ein Grabmal wird noch gezeigt, das dem „Springer" gelten soll. Es trägt die Umschrift: „Anno dni (domini =des Herrn) 1499 am tage

liciani starb der gestrenge her Dietrich von Harras Ritter dem god genade". Andere Zeichen der Erinnerung an die kühne Tat sind aber noch die mächtige Harraseiche am linken Zschopauufer und der im Jahre 1801 aufgestellte Stein dabei, an dem zu lesen ist:

„Dem tapferen Springer Ritter von Harras."

 

aus dem Buch "Sagen aus unserer Heimat" Gert und Kerstin Petersen 2002 für den Ebersdorfer Heimat- und Schulverein e.V.

Angefertigt von Jannick Knöfler und Max Günther. Klasse 4 der Grundschule Ebersdorf.

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